Einsatzfahrzeug
Aus brand-feuer.de
Einsatzfahrzeuge sind speziell ausgerüstete Fahrzeuge zu Lande, zu Wasser und in der Luft.
Sie gehören einer Hilfsorganisation oder einer besonderen Behörde an. Ihnen werden Sonderrechte eingeräumt, wenn diese zur Erfüllung eines Auftrages notwendig und erforderlich ist. Allen gemein ist die uniforme Warnlackierung.
Kennzeichnung
Als Grundmerkmal müssen Einsatzfahrzeuge im deutschen Sprachraum mit einer blauen Rundumkennleuchte und einem Folgetonhorn ausgestattet sein, um als solche erkennbar zu sein.
In anderen Ländern sind sie mit roten oder roten und blauen Rundumkennleuchten und einer Sirene ausgestattet, z.B. in Asien und Nordamerika.
Das Fahrzeug selbst ist je nach Verwendung durch die jeweilige Einsatzorganisation ausgerüstet und ausgestattet. Das kann ein normaler PKW oder LKW sein. Es kann aber ganz speziell für den Rettungsdienst, die Feuerwehr, den Katastrophenschutz oder die Polizei ausgerüstet sein. Diese Fahrzeuge erkennt man auch außen an Farbe oder Aufschriften. Speziell bei hellen Fahrzeugen sind oft zusätzliche Streifen mit einer roten oder orangen Tagesleuchtfarbe zur besseren Sichtbarkeit angebracht.
Ab dem Jahr 2005 sollen innerhalb der EU schrittweise einheitliche Farben für Einsatzfahrzeuge eingeführt werden:
Dienstfahrzeuge der nationalen Zollverwaltungen werden ihre Farben behalten (in Deutschland grün-weiß), entsprechende Änderungen sind nicht vorgesehen. Ebenso werden Fahrzeuge von ausschließlich im jeweiligen Staat vorkommenden Hilfsorganisationen (z. B. in Deutschland THW, Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft etc.) ihre jeweiligen Fahrzeugfarben beibehalten. In Österreich werden derzeit die weißen Fahrzeuge der Polizei auf Fahrzeuge mit silberner Farbe umgestellt.
Zivilstreifen fahren ebenfalls mit Einsatzfahrzeugen, die aber erst im Einsatz selbst dazu kenntlich gemacht werden.
Österreich
Es können auch zivile Fahrzeuge die Genehmigung bekommen, als Einsatzfahrzeug im Notfall deklariert zu werden. Dies trifft vor allem für Ärzte im ländlichen Raum, wo andere Rettungsorganisationen eine längere Zufahrt haben, zu, aber beispielsweise auch freipraktizierende Hebammen und Tierärzte<ref>§ 20 (5) KFG</ref>. Die Fahrer dieser Zivilfahrzeuge genießen zwar die die Einsatzfahrt betreffenden gesetzlichen Vorteile, aber nicht z. B. Kfz-Steuer-Befreiung.
Auch im Zulassungsschein steht hier nicht die übliche Bezeichnung wie LKW oder PKW. Früher waren die Eintragungen meist Sonderfahrzeug, heute steht Feuerwehrfahrzeug oder Rettungsfahrzeug o. ä.. Bei Ärzten, Hebammen, etc. wird der Zulassungsschein hingegen nicht verändert. Sie bekommen einen Bescheid, den sie bei Einsatzfahrten mitführen und bei Aufforderung den Organen der Straßenaufsicht vorweisen müssen.
Rechte
Nach der Straßenverkehrsordnung haben Einsatzfahrzeuge im Einsatz auch gewisse Sonderrechte, die je nach Land variieren können. Überall muss jedoch ein anderer Straßenteilnehmer dafür sorgen, dass Einsatzfahrzeuge im Einsatz bevorzugt die Straße passieren können. Hat jedoch ein Einsatzfahrzeug weder Blaulicht noch Folgetonhorn eingeschaltet, so besitzt es keine Wegerechte, kann jedoch trotzdem Sonderrechte in Anspruch nehmen, wenn die Bedingungen laut Gesetz dafür erfüllt sind (z. B. um schwere gesundheitliche Schäden abzuwenden).
In Österreich ist auch die Reihenfolge des Vorrangs bei gleichzeitigem Eintreffen von Einsatzfahrzeugen bei einer Kreuzung im § 26 der StVO folgendermaßen geregelt: Rettungsfahrzeug - Feuerwehr - Sicherheitsdienste - sonstige Einsatzfahrzeuge. Eine ähnliche Regelung gilt in Deutschland nicht; im Zweifelsfall müssen sich die Fahrer, z.B. durch Zeichen, verständigen.
Verwendung der Signale
Einsatzfahrzeuge dürfen ihre Signale nur in bestimmten Situationen verwenden, die sich rechtlich in einzelnen unterscheiden können. In Österreich gilt folgendes:
- Nothilfe
- Gefahrenabwehr
- Nacheile oder Verfolgung<b/>sfahrt
- Staatsbesuche
- als geschlossener Verband im Straßenverkehr
- als Transportbegleitung
Da nicht jede Fahrt mit einem Einsatzfahrzeug eine Einsatzfahrt ist, die Fahrzeuge trotzdem aber in manchen Situationen besser abgesichert werden sollen, haben einige dieser Fahrzeuge auch zusätzlich eine gelbrote (orange) Rundumkennleuchte.
In Deutschland dagegen ist in der Straßenverkehrsordnung durch Ausschlussbestimmungen geregelt, wann Signale benutzt werden dürfen:
Blaues Blinklicht zusammen mit dem Einsatzhorn darf nur verwendet werden, wenn höchste Eile geboten ist, um
- Menschenleben zu retten,
- schwere gesundheitliche Schäden abzuwenden,
- eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit oder Ordnung abzuwenden,
- flüchtige Personen zu verfolgen,
- bedeutende Sachwerte zu erhalten.
Blaues Blinklicht alleine darf nur verwendet werden, wenn das Fahrzeug dies führen darf und
- um vor Unfall- oder sonstigen Einsatzstellen zu warnen oder
- es bei Einsatzfahrten,
- bei der Begleitung von Fahrzeugen oder von geschlossenen Verbänden nötig ist.
Arten
(nicht abschließend)
Luftkennungen (Zahlen und oder Buchstaben auf dem Dach) sorgen für eine Erkennung aus der Luft und dienen dem gezielten Anruf per Funk durch Hubschrauber.
Polizeifahrzeuge in blau und grün. Author Matti Blume, MB-one |
Seenotkreuzer. Foto by Softeis. |
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Unfallhilfsfahrzeug. Author Work by Matthias Sebulke |
Bergrettungsfahrzeuge. Author René Kieselmann rmk (Bergwacht Schwarzwald e.V., BWS) |
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Feldjägerfahrzeug. Fotograf: Darkone. |
Motorrettungsboot. Author Marcel Ende (Alien65) |
Kommandowagen. Urheber POSTscriptor |
First Responder. Urheber Peter Stehlik |
Löschflugzeuge Foto: Rainer Schwarz |
Weblinks
- Polizeiautos.de - Internetseite über deutsche Polizeiautos
- BOS-Fahrzeuge.info - Datenbank über Einsatzfahrzeuge der BOS, weit über 20.000 Fahrzeuge
- Polizeioldtimer.de - Internetseite über historische deutsche Polizei-Fahrzeuge
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