Waldbrände in Griechenland 2007
Aus brand-feuer.de
vom 25. August 2007 brachen in mehreren Regionen Griechenlands Waldbrände aus, die sich schnell zu den schwersten seit Jahrzehnten entwickelten. Neben der Region Attika und der Insel Euböa war vor allem der Peloponnes betroffen, wo seit dem 24. August mehr als 190 Brände gemeldet wurden.
Eine Hitzewelle mit Höchsttemperaturen von 40 °C sowie starke Winde bis zu Windstärke 8 haben den Ausbruch der Waldbrände gefördert; in den meisten Fällen wird aber Brandstiftung angenommen. Bis zum Abend des 27. August wurden in ganz Griechenland 70 Todesopfer gezählt.[1] Die meisten Opfer forderten die Brände auf dem Peloponnes, alleine in der Umgebung der Stadt Zacharo kamen mindestens 30 Menschen in den Flammen um.[2] Der griechische Ministerpräsident Kostas Karamanlis rief am 25. August 2007 den landesweiten Notstand aus. Mehrere hundert Soldaten wurden zur Unterstützung der Feuerwehren abkommandiert, die Europäische Union versprach ihre Unterstützung. Mehrere Staaten, darunter Frankreich, Spanien, Deutschland und Österreich sagten ihre Unterstützung mit Löschflugzeugen bzw. Löschhubschraubern zu.[3] Am 26. August bedrohten die Waldbrände die antiken Stätten von Olympia. Eine Zerstörung der Anlagen konnte offenbar nur in letzter Minute durch die Konzentrierung der Einsatzkräfte abgewendet werden. Bis dahin waren mehr als 180.000 ha Landfläche zerstört worden, hierunter hunderte von wertvollen Zitronenbäumen und Olivenplantagen; dutzende Dörfer sind restlos zerstört, tausende Wild - und Nutztiere in den Flammen zu Tode gekommen, Dorfbewohner sahen brennende Wildtiere aus den Wäldern flüchten und dann qualvoll verenden. Ganze Schaf- und Ziegenherden sind auf ihren Weidgebieten lebendig verbrannt. Am 29. August 2007 waren immer noch über 30 Großbrände nicht unter Kontrolle und bedrohten weiterhin diverse Städte und Dörfer. Die weitreichenden Folgen dieser großen Brandkatastrophe für das Klima der Region sind noch nicht absehbar. Große Landstriche im Westen und Südwesten der Region sehen nach Augenzeugenberichten aus, „wie Vulkan - oder Mondlandschaften“. Viele dieser Brände haben wohl ihren Ursprung in fahrlässiger oder auch krimineller Brandstiftung, zugunsten von Bodenspekulationen. Bislang wurden einige mutmaßliche Brandstifter von der griechischen Polizeibehörde festgenommen, vom Staat Ergreifungsgelder bis zu einer Million Euro ausgeschrieben.[4]
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Ursachen und Hintergründe der Waldbrände
Wie die meisten Waldbrände im Mittelmeerraum dürften auch die Brände 2007 auf Unachtsamkeit oder Brandstiftung zurückgehen. Ein Indiz für Brandstiftung ist die Tatsache, dass Brände fast zeitgleich an verschiedenen Stellen entstehen. Damit werden die Kapazitäten der Feuerwehr aufgesplittert und eine effektive Brandbekämpfung verhindert. Somit werden die mit der Brandstiftung verbundenen Ziele erreicht, da das Feuer nicht sofort in der Entstehungsphase bekämpft werden kann.
Die Motive der Brandstifter sind insbesondere in der Umgebung von Städten die Schaffung von Bauland aus eigentlich vor Bebauung geschützten Wäldern. In ländlichen Gebieten, in denen der Besiedlungsdruck nicht so hoch ist, stehen dahinter auch Racheakte aufgrund von privaten Streitigkeiten oder der Versuch, Touristen zu vertreiben, die sich Ferienhäuser in die Landschaft bauen. Nicht zuletzt werden Einschränkungen, die der Naturschutz mit sich bringt beseitigt, indem das schutzwürdige Gebiet einfach zerstört wird.
Die Brandstifter waren bis jetzt meist erfolgreich, da folgende Faktoren dies begünstigen:
Anders als etwa in Deutschland, wo es in fast jedem Dorf eine Feuerwehr gibt, ist diese in Griechenland auf Ebene der Präfektur angesiedelt. Beispielsweise ist die Feuerwehr in Kalamata für ganz Messenien zuständig und hat Anfahrtszeiten von bis zu zwei Stunden in entfernte Orte. Werden Brände an mehreren entfernten Stellen gelegt, sind die Kapazitäten schnell erschöpft. Spezialgerät wie Löschflugzeuge und Wassersäcke für Helikopter sind bei vielen Brandherden nicht ausreichend. Durch das Fehlen eines Katasters greifen Gesetze, die bestimmen, dass abgebranntes Waldgebiet auch Wald bleiben muss und nicht bebaut werden darf, ins leere. Denn man kann nicht definitiv nachweisen, dass die Fläche vorher bewaldet war. Das Personal der Polizei wurde in der Vergangenheit nach der Ausbildung an auswärtigen Standorten wieder in den Heimatort versetzt, wo sie bei ihrer Tätigkeit regelmäßig in Interessenkonflikte zwischen Familie und Dienstpflicht geraten, die gerne zu Gunsten der Familie ausfallen. So unterbleibt eine Verfolgung der Täter trotz Verdachte oder gar Beweise. Eine Strafverfolgung etwa gegen Onkel, Cousin etc. ist undenkbar. Das Bewusstsein, dass derartige Brände langfristig die Lebensgrundlage der Bevölkerung zerstören und sich die Brandstifter selbst schaden, ist unterentwickelt. Die Folgen für Tourismus durch Zerstörung der Natur- und Kulturlandschaft, Desertifikation und Verknappung des Trinkwassers werden nicht beachtet.
Einzelnachweise
↑ tagesschau.de: Verzweifelte Appelle in Griechenland, aufgerufen am 26. August 2007. ↑ Rheinische Post: Griechenland ruft landesweiten Notstand aus, vom 25. August 2007. ↑ N24.de: Waldbrände noch nicht unter Kontrolle, vom 26. August 2007. ↑ Tagesschau (ARD) In der Nähe von Olympia wurde ein Brandstifter von der Bevölkerung gefasst, verprügelt und dann der Polizei übergeben. |tagesschau.de]]: Antikes Olympia vermutlich gerettet, vom 26. August 2007.
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