Brandbekämpfung

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Brandbekämpfung mittels Drehleiter.
Foto: BF München.
Brandbekämpfung eines Fahrzeugbrandes in einem Gebäude
Foto: Uwe Heldens
www.heinsberger-pressefoto.de
Brandbekämpfung bei einem Fahrzeugbrand.
Foto Feuerwehr Schkeuditz, Sachsen.
Brandbekämpfung
Foto: PGT

Die Brandbekämpfung ist das Löschen von Schadenfeuern. Es ist die älteste und bekannteste Aufgabe der Feuerwehren.

Das am häufigsten eingesetzte Löschmittel ist das Wasser, das früher in Eimern getragen und später mit Feuerspritzen gepumpt wurde. Heutzutage werden motorgetriebene Feuerlöschpumpen eingesetzt.

  • Hinweis:


Löschverfahren und Löschwirkungen

die Freiwillige Feuerwehr bei der Brandbekämpfung eines Dachstuhlbrandes
Foto: PRW
Wohnhausbrand, Brandbekämpfung mit Drehleiter
Foto: PGT
Einsatz mit zwei Drehleitern
Foto: PRW
relativ einfache Brandbekämpfung
Foto: PGT
Löschflugzeuge bei der Brandbekämpfung, Hubschrauber in den Bergen in Tirol
Foto: Rainer Schwarz
gefrorenes Wasser nach einem Löscheinsatz
Foto: Rainer Schwarz 0109
Brandbekämpfung mit Löschschaum
Foto: Rainer Schwarz

Löschverfahren

Alle Methoden der Brandbekämpfung beruhen darauf, der Verbrennung eine oder mehrere ihrer Grundvoraussetzungen zu entziehen. (siehe Verbrennungsdreieck).


Entfernen des brennbaren Stoffes

Der brennbare Stoff kann normalerweise nicht so einfach aus einem Feuer entfernt werden, jedoch kann manchmal der Nachschub an Brennstoff unterbunden werden. Dies kann beispielsweise das Verschließen einer Gas- oder Ölleitung sein. Dieses Verfahren wird analog auch oft bei Waldbränden verwendet, indem breite Gräben und Schneisen angelegt werden und so die Brandausbreitung unterbunden wird.


Fotos: D-MRIK


Abkühlung

Ein Feuer erlischt, wenn das Brennmaterial unter den Flammpunkt (auch Entzündungstemperatur genannt) abgekühlt wird. Als Löschmittel ist Wasser (s.a. Löschwasser) sehr gut geeignet, eventuell mit Tensiden (s.a. Tenside in der Brandbekämpfung) versetzt.


Erstickung

Erstickung erfolgt durch den Entzug von Sauerstoff, indem man das Oxidationsmittel vom brennbaren Stoff fernhält oder es verdrängt. Dies kann durch einfaches Abdecken mit einer Decke oder Überziehen mit einer luftundurchlässigen Schicht (beispielsweise Schaum) erfolgen. Gase wie Argon, Stickstoff oder Kohlenstoffdioxid sowie Gasgemische wie Inergen oder Argonite verdrängen den Sauerstoff. Bei der aktiven Brandvermeidung wird dem zu schützenden Bereich vorbeugend durch Stickstoffzufuhr der für die Verbrennung notwendige Sauerstoff entzogen - ein Brand kann nicht entstehen.


Antikatalytische Wirkung

Die antikatalytische Wirkung (auch Inhibition genannt) beruht u. a. darauf, dass die für die Verbrennung mit Flamme notwendigen Radikale durch Rekombination unwirksam gemacht werden. siehe auch Inhibition. Löschpulver funktionieren auf diese Art und Weise.


Hauptlöschwirkung und Nebenlöschwirkungen

Die unterschiedlichen Löschmittel haben meist nicht nur eine, sondern auch mehrere Wirkungen beim Löschen. Die Hauptlöschwirkung ist die, welche den größten Einfluss auf die Verbrennung hat. Bei Wasser ist es die abkühlende Wirkung, bei Schaum hingegen das Ersticken.

Nebenlöschwirkungen wirken zusätzlich zur Hauptlöschwirkung. So deckt das Wasser den brennbaren Stoff mit einem dünnen Film ab, wirkt also leicht erstickend. Der Schaum enthält Wasser, welches somit auch abkühlend wirkt.


Vorgehensweise

Um einen schnellen und sicheren Erfolg beim Löschen zu erzielen, soll die Brandbekämpfung möglichst intensiv und konzentriert erfolgen. Beim Einsatz von Feuerlöschern sollten diese daher gleichzeitig und nicht nacheinander eingesetzt werden. Der zuständige Einsatzleiter der Feuerwehr trifft die Entscheidung, ob ein Innenangriff oder Außenangriff durchgeführt werden kann/soll.


Beispiel: Eine Strohmiete brennt im vollem Umfang. Es werden keine Personen vermisst/vermutet. Es muss daher keine Menschenrettung in Kombination mit einem Innenangriff durchgeführt werden. Das Feuer wird durch einen Außenangriff bekämpft. Primär muss versucht werden, dass Feuer auf die Strohmiete zu begrenzen und ein Übergreifen auf nebenstehende Gebäude zu unterbinden. Ein Innenangriff würde an der bereits zerstörten Strohmiete nichts mehr ändern und wäre ein unnötiges Risiko für Einsatzkräfte.

siehe auch: Die Gruppe im Löscheinsatz

Speziell bei Zimmerbränden oder Wohnhausbränden unterscheidet man zwei Vorgehensweisen:


Außenangriff

Beim Außenangriff erfolgt die Brandbekämpfung von außerhalb des Gebäudes, es wird also das Löschmittel durch Gebäudeöffnungen, wie Fenster, gespritzt. Dies ist für die Feuerwehrleute die sicherere Methode, beispielsweise wenn die Standsicherheit des Gebäudes eine große Gefahr für die Einsatzkräfte darstellt. Das Risiko eines Wasserschadens ist größer, da man bei starker Rauchentwicklung oft nicht erkennen kann, ob man überhaupt mit dem Wasserstrahl die Brandstelle von außen trifft.

Der Außenangriff sollte nach Möglichkeit die Ausnahme bleiben. Aber gerade kleinere Feuerwehren mit wenig Personal bzw. Ausrüstung, können keinen personal- und geräteintensiven Innenangriff durchführen. Der Grund dafür liegt beispielsweise in der Regelung, dass für jeden Angriffstrupp ein Rettungstrupp bereitstehen muss, sofern keine Menschenrettungsmaßnahmen durchgeführt werden.
Unter "Fassadenwäsche" versteht man bei der Feuerwehr das unprofessionelle Vorgehen bei der Brandbekämpfung im Außenangriff.


Innenangriff

Beim Innenangriff, auch Regelangriff genannt, gehen Feuerwehrangehörige mit Atemschutzgeräten, üblicherweise mit Pressluftatmern, in das Gebäude vor, um gezielt den Brandherd zu finden und abzulöschen. Hier ist das Risiko für die Feuerwehrleute größer, jedoch kann das Löschmittel viel effizienter eingesetzt werden. Im Innenangriff hat sich der Einsatz von Druckbelüftern bewährt, welche bei richtigem Einsatz einen leichten Überdruck im Gebäude erzeugen. Der Rauch mitsamt den unverbrannten Gasen wird so aus den Innenräumen entfernt, was die Gefahr einer plötzlichen Flammenausbreitung (flash over) minimiert und den vorgehenden Angriffstrupp eine freie Sicht verschafft. Die Annahme, das Feuer würde sich durch die Zufuhr von Sauerstoff in der zugeführten Umgebungsluft schneller ausbreiten, hat sich in der Praxis als nicht richtig erwiesen. Die Vorteile der schnellen Brandbekämpfung und freien Sicht überwiegen. So verringert der Lüfter das Risiko nicht nur für die Feuerwehrleute, sondern auch die Gefahr von übermäßigen Wasserschäden, da der Brandherd schneller lokalisiert und exakter bekämpft werden kann.

Zur Sicherheit der Feuerwehrleute wird inzwischen empfohlen, neben der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung eines Feuerwehrmannes auch noch Zusatzmaterial wie ausreichend Beleuchtung (z.B. Helmlampe), Rettungsschlingen, Totmannwarner und Rettungsmesser mitzuführen.


Sonderformen

Bei Wald- und Buschbränden, wo man die Brandherde schwer erreicht, werden vermehrt auch Löschflugzeuge oder Hubschrauber (siehe Bambi Bucket) zum Löschen und Wassertransport eingesetzt.

An und für sich fällt zwar auch das Löschen von brennenden Ölquellen – wie beispielsweise nach dem Zweiten Golfkrieg – oder auch Ölförderplattformen auf See eigentlich in den Zuständigkeitsbereich der Feuerwehr, allerdings wird diese Aufgabe von spezialisierten Firmen übernommen (siehe Paul Neal Adair).

Eine andere Feuerwehrtaktik ist die Riegelstellung.

Besonderheiten bei der Brandbekämpfung auf See werden unter Maritime Brandbekämpfung erklärt.


Photovoltaikanlage

Prevento heißt das Gel. Bedeckt es die Photovoltaikanlage, kommt dort kein Licht mehr durch.

siehe auch:

Brandfallabschaltung (Photovoltaikanlage)


Hochhaus-Alarm

Eine weitere Einsatzkategorie sind Einsätze in Hochhaus oder Wolkenkratzer. Entsprechend sind die Vorgesetzten, inkl. Mobilem Kommandozentrum, zu alarmieren. Größtes bekanntes Schadensereignis dieser Art war 2001 der Brand und Einsturz des WTC bei dem New York Fire Department (Berufsfeuerwehr in New York City).


Geschichte - Änderungen in der Löschtaktik

Ein altes Vorurteil lautet: Was das Feuer nicht kaputt macht, erledigt das Löschwasser.

Früher mag das seine Berechtigung vielleicht da und dort gehabt haben. Inzwischen haben die Feuerwehren ihre Arbeitsweise konsequent professionalisiert. Es muss bei jeder Art von Einsätzen darauf geachtet werden, dass nicht nur die unmittelbare Gefahr gebannt wird, sondern dass auch die Folgeschäden (u. a. verursacht durch Rauch und Löschwasser), die oft wesentlich die Primärschäden übersteigen, möglichst gering sind. Dadurch wirkt ein Einsatz oft wesentlich unspektakulärer als früher, weil nicht mehr nur die Schnelligkeit sondern auch ein überlegtes, manchmal langsamer erscheinendes Handeln zählt. Damals galt es bei Brandeinsätzen so schnell wie möglich das Feuer zu löschen, die Menge des Löschwassers war dabei unerheblich („Ozeanischer Löscheffekt“). Heute wird ein Außenangriff (ungezieltes Reinspritzen, sogenannte „Fassadenwäsche“) nach Möglichkeit vermieden, um Wasserschäden zu vermeiden. Durch neue und verbesserte Techniken wie z. B. im Bereich des Atemschutzes und der Strahlrohrtechnik, stehen der Feuerwehr Mittel für eine effizientere Gefahrenbeseitigung zur Verfügung.


siehe auch:


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