Brandursache

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Hat Jemand mit einem Streichholz nachgeholfen, spricht man von einer Straftat
bzw. einer Brandstiftung,
somit von einer Tathandlung
Auszeichnung vom
MWEIMH NRW
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NRW.INVEST
Was kann die Brandursache sein?

Die Fotos von Brandschäden oder einem Fehlverhalten dienen einem besseren Verständnis.

Aus Fehlern zu lernen ist das Ziel.


Brandursache/n

Fachlich unterscheidet man zwischen einem Feuer und einem Brand. Man sagt, Feuer ist ein kontrollierter Abbrand, wie z. B. in einem Ofen, bei einem Lagerfeuer oder ähnlichem und ist somit gewollt. Ein Brand hingegen ist ein ungewolltes, unkontroliertes Schadfeuer.
Die Voraussetzungen für einen Brand sind brennbares Material, Sauerstoff und eine Zündquelle. Fehlt nur eine dieser Voraussetzungen, gibt es kein Feuer.

Die Feuerwehren musste im Jahr 2014 zu 175.354 Brände und Explosionen ausrücken. Quelle: DFV
Das bedeutet, dass es in der BRD pro Tag zu 480 Bränden kommt.
Es dürfte von Interesse sein, wie sich die Brandursachen zusammensetzen.
Warum gibt es in einem so hoch entwickelten Land so viele Brände?

In Deutschland ist die Brandursachenermittlung die gesetzliche Aufgabe der Kriminalpolizei bzw. der Staatsanwaltschaft. Gerade in einem technisch so hoch entwickelten Land wie der BRD gibt es viele Brände aufgrund der Technik. Die Technik unterliegt einem ständigen Fortschritt, somit unterliegen auch die Brandursachen einem stetigen Wandel.
Beispiele wären die neue Akkutechnologie, egal ob beim Handy von Samsung oder beim Dreamliner von Boing.
Eine behördliche Brandursachenstatistik gibt es nicht, sondern nur eine nach Straftaten.
Das IFS (Institut für Schadenserforschung und Schadensentwicklung) mit Sitz in Kiel hat im Jahr 2016 etwa 1500 Brandursachenermittlungen durchgeführt. Diese Ergebnisse werden in der IFS Schadendatenbank gesammelt und statistisch ausgewertet.
Man unterscheidet grundsätzlich drei Hauptgruppen von Brandursachen:

  • technische Brandursachen (Strom, Reibung, statische Entladung usw.),
  • natürliche Brandursachen (Blitz, Selbstentzündungen, Einwirkung durch Tiere)
  • Einwirkung durch den Menschen


Bei einer technischen oder auch natürlichen Brandursache ist es aber auch möglich, dass eine strafrechtliche Relevanz aufgrund einer Pflichtverletzung (aktives Handeln oder Unterlassen) gegeben ist.
Wird z. B. eine technische Anlage widerrechtlich betrieben bzw. nicht den Regeln entsprechend gewartet, kann das strafrechtliche Relevanz haben. Das kann ein Ofen sein, der ohne Wissen des Schornsteinfeger erstellt und betrieben wurde. Strafrechtlich geprüft wird aber auch ein vergessenes heißes Bügeleisen, ein vergessener Topf auf dem Herd oder eine Zigarettenkippe auf dem Sofa.

Zur technische Brandursache zählt die Elektrik, die mit fast einem Drittel aller Brände als Ursache angegeben wird. Vorstellen kann man sich, dass dieser Bereich noch weiter ansteigt, da fast nichts ohne Strom funktioniert.
Gerade im Küchenbereich gibt es eine Anhäufung von Elektrogeräten. Man muss davon ausgehen, dass jedes elektrisch angetriebene Gerät aufgrund eines Kurzschlusses, einer Knickstelle im Kabel, bei falscher Inbetriebnahme oder aufgrund von Überhitzung brennen kann. Es ist völlig egal, ob es sich um einen Toaster, einer Kaffeemaschine oder einen Geschirrspülautomat handelt.
Bei einer falsch betriebenen Maschine kann es zu einer Überhitzung kommen, ein Brand kann die Folge sein. Fast 10 % der Brände entstehen durch Überhitzung.

Natürliche Brandursachen

Manche Stoffe, wie z. B. Leinöl können sich durch Sauerstoffzufuhr von selbst entzünden, machen aber nur 2-3 % aus.
Aber auch in der Natur kommen Zündquellen wie Blitzschlag vor, die einen Brand auslösen können. Diese Brandursache ist ebenfalls sehr übersichtlich; statistisch handelt es sich auch nur um wenige Prozent. Eine sichere Statistik dieses Bereiches gibt es nicht.
Nicht Jedem ist bekannt, dass auch die Sonne Brände verursachen kann. Auf www.brand-feuer.de haben wir einige Beispiele bildlich dargestellt.

Brandursache durch menschliches Fehlverhalten

Ein Brand kann aber auch aus Unachtsamkeit beim Hantieren mit brennenden Gegenständen entstehen; z. B. mit einer Zigarette, einem Feuerwerkskörper, einer Kerze, einer Heißluftpistole oder einem Bunsenbrenner, beim Abflämmen von Unkraut usw.
Gerade beim Abflämmen kommt es immer wieder zu einer Folgewirkung. Erst greifen die Flammen auf eine Hecke über, dann sogar auf ein Gebäude. Man kann davon ausgehen, dass ca. 1/5 aller Brände auf menschliches Fehlverhalten zurückzuführen sind.

Brandursache – Brandstiftung?

Vorsätzlich gelegte Brände (Brandstiftung, Sachbeschädigungen) werden in der Regel durch die Verwendung einfacher Zündmittel, wie z. B. einem Streichholz, einem Feuerzeug oder einer Kerze verursacht, manchmal auch unter Zuhilfenahme von Brandbeschleunigern oder Brandsätzen.
Eine Brandstiftung ist eine strafrechtliche Handlung und keine Brandursache. Dem Täter ist oft nicht bewusst, in welche Gefahr er sich und Andere bei einer Brandstiftung begibt. Oftmals wurden bei der Tatausführung die Brandstifter verletzt, manche sogar getötet. Der Ablauf eines Brandes ist unberechenbar. Etwa jeder 10. Brand wird vorsätzlich gelegt. Die Art und Weise der Brandstiftungen variiert stark, genauso wie die Motive. Neben dem hohen Ermittlungsaufwand bei der Polizei ist auch die Strafandrohung sehr hoch: „wer in den Fällen des § 306 Abs. 1 oder des § 306a Abs. 1 fahrlässig handelt oder in den Fällen des § 306a Abs. 2 die Gefahr fahrlässig verursacht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“

Ungeklärt

Es gibt jedoch auch eine Vielzahl von Gründen, warum eine Brandursache nicht aufgeklärt werden kann. Einer der Gründe ist der hohe Zerstörungsgrad, der durch den Brand verursacht wurde. Seriöse Fachleute schätzen diese Zahl auf fast 1/5 aller Brände.
Anfügen muss man hier, dass es Aufgabe der Polizei ist, Straftaten zu verfolgen und nicht festzustellen, warum z. B. eine Strohpresse während des Betriebes brannte bei der eindeutig ein technischer Defekt während des Betriebes vorlag. Die genaue Brandursache stellt meist ein Gutachter einer Versicherung fest, um z. B. eine Produkthaftung durch zu setzen.

Jeder Brand hat Folgen

Bei jedem Brand entsteht neben der Zerstörung durch die Flammen mit der enormen Hitze, wie auch dem Schaden durch das anschließenden Löschwasser, auch das sehr gefährliche, geruch- und geschmacklose Gift Kohlenstoffmonoxid.
Dabei ist es völlig egal, ob es sich um einen Verbrennungsmotor in einem Fahrzeug oder in einem Stromaggregat, einen Grill, einen Zimmer- oder Gebäudeband handelt, immer entsteht das tödliche Kohlenstoffmonoxid!


Mehr Sicherheit durch Prävention

Der Lebensretter überhaupt ist ein Rauchmelder. Wie heißt es, der schläft nie.
Früher war ein Feuerlöscher in Gebäuden mit Ölheizung vorgeschrieben. Einen Entstehungsbrand kann mit einem Feuerlöscher gelöscht werden. Das man heute einen Fettbrand nicht mit Wasser löschen sollte, ist hinreichend bekannt.
Manche Entstehungsbrände können auch mit einem Feuerlöscher-Spray oder einer Feuerlöschdecke erfolgreich bekämpft werden.
Versicherungen können einen Brandschaden ausgleichen.
Es gibt eine Gebäudeversicherung, eine Hausratversicherung, sowie eine Teilkaskoversicherung für Fahrzeuge.
Nicht zu vergessen ist eine private Haftpflichtversicherung, die einen Schaden ausgleichen kann, der ungewollt verursacht wurde.
Es gibt Portale, wie z. B. die BAuA (Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin) oder die Stiftung Warentest, die vor fehlerhaften Produkten warnen bzw. diese testen.
Mit der Brandschutzerziehung der Feuerwehren lernen bereits unsere Kleinen mit den Gefahren umzugehen, die von einer Flamme ausgehen.
Umfassende Brandprävention gab es lange nicht. Auf privater Initiative wurde vor fast 10 Jahren das Präventionsprojekt www.brand-feuer.de erstellt.
Fragen zu dem Thema beantwortet natürlich auch ihre Feuerwehr bzw. ihr Schornsteinfeger.

Weitere Informationen finden sie, wie immer, auf unserer ehrenamtlichen Internetseite www.brand-feuer.de. Schaut man sich auf dem vorgenannten Portal den Artikel „Abschätzung weitere Feuerschäden“ an, kann man nur hoffen, dass die dort verdeutlichte Tendenz bzw. Abschätzung weitere Feuerschäden nicht anhält.

Autor: Rainer Schwarz




Im Folgenden wird die Brandursachenstatistik des IFS - Kiel für 2016 dargestellt:

Dr. Drews 9 2017 - bu-statistik-2016.jpg



Fotos: Rainer Schwarz



Tote durch Brand und Feuer
Quelle: Statistisches Bundesamt, Kundennummer: 296456 / 391439


NIEDERÖSTERREICHISCHE BRANDSCHADENSTATISTIK 2012


Gesamtanzahl der Branddelikte: Siehe Kriminalität



Zur Brandursachenermittlung ist die Kriminalpolizei gesetzlich verpflichtet. Hier ein Brandursachenermittler der Kriminalpolizei bei der Feststellung der Brandursache.
Foto: Rainer Schwarz.










Auszug aus dem Fachbuch „Die Ermittlung von Brandursachen“.
Aufgebaut auf eine fundierte Ausbildung, folgten (bis heute) viele Jahre praktischer Erfahrung, die zur Entstehung dieses Buches erheblich beitrugen.
Autor: Jörg Cicha.


Siehe auch:

Brandbericht Thüringen


Hier eine Zusammenfassung von Brandursachen von Herrn Michael Moosdiele:



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