Brandursachenermittlung

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Folgen eines Brandes
Foto: Rainer Schwarz
Nach einem Zimmerbrand wurde diese Tür versiegelt. Ein Brandort ist ein Tatort. Ist die Brandstelle abgekühlt, beginnt die Kriminalpolizei mit der Brandursachenermittlung,
- der Suche im Brandschutt.
Foto: Rainer Schwarz
Zur Brandursachenermittlung ist die Kriminalpolizei gesetzlich verpflichtet. Hier ein Brandursachenermittler der Kriminalpolizei bei der Feststellung der Brandursache.
Foto: Rainer Schwarz
Eine der Brandursachen kann ein Kurzschluss in einer stromführenden Leitung sein.
Foto: BR 0310
...oder die Beleuchtung.
Foto: BR
Manche Gebäude können nach einem Brand nicht mehr betreten werden, es erfolgt eine "Luftaufklärung".
Foto: Helge Storck
Der Brandmittelspürhund ist abgerichtet Brandbeschleuniger festzustellen.
Auszug aus dem Fachbuch „Die Ermittlung von Brandursachen“.
Aufgebaut auf eine fundierte Ausbildung, folgten viele Jahre praktischer Erfahrung, die zur Entstehung dieses Buches führten.
Autor: Jörg Cicha

Die Brandursachenermittlung dient der Aufdeckung von Brandursachen und der Rekonstruktion des Ablaufs von Bränden.

In erster Linie ist es die Aufgabe der Brandursachenermittlung festzustellen, ob eine Straftat, also eine vorsätzliche oder fahrlässige Brandstiftung vorliegt oder nicht.
Die Feststellung technischer oder natürlicher Brandursachen dient zunächst dem Ausschluss einer vorsätzlichen Brandstiftung, wobei aber fahrlässiges Verhalten (durch Tun oder Unterlassen) strafrechtlich relevant sein kann. Andere Brände werden durch die Staatsanwaltschaft / Kriminalpolizei (Brandursachenermittlern] in der Regel nicht weiter verfolgt.


Überwiegend wird die Ermittlung von Brandursachen genutzt, um eine Straftat auszuschließen oder zu beweisen, aber auch im zivilrechtlichen Bereich wird sie benutzt, um die Haftung für entstandene Schäden zu regeln, bzw. zu ermöglichen.

Oftmals wird auf polizeiliche Ermittlungen zurück gegriffen oder Sachverständige arbeiten hier mit der Kriminalpolizei zusammen. Hierbei geht es um Themen wie Versicherung, Konventionalstrafen, Regress und/oder Produkthaftung.


Weiterhin ist die Brandursachenermittlung, besonders bei größeren Brandereignissen, von Bedeutung, um den vorbeugenden Brandschutz zu unterstützen. Ist die Entstehung eines Brandes bekannt, so kann dieses Wissen gegebenenfalls in kommenden Vorschriften und Normen berücksichtigt werden. Aber auch auf kleinerer Ebene können aus bekannten Brandursachen Schlußfolgerungen gezogen werden, um weitere Brände zu verhindern (Änderung im Verhalten, Überprüfung der E-Anlage u.a.)


Aufgaben

Um die unterschiedlichen Brandursachen erkennen zu können, müssen die vielfältigen Spurenbilder eines Brandes ausgewertet und gesichert werden.

Wichtigste Aufgabe dabei ist, die Ermittlung des Brandherdes. Hierbei spielt die Rekonstruktion des ursprünglichen Brandentstehungsbereiches eine wichtige Rolle. Bereits die Ermittlung des Brandherdes ist eine nicht ganz einfache Aufgabe, die viel Erfahrung, Unvoreingenommenheit und sorgfältiges, umsichtiges Arbeiten mit Hintergrundkenntnissen verlangt.

Kommt es bereits in diesem frühen Stadium der Ermittlung zu Fehlern (z.B. durch fehlende Gründlichkeit oder mangelnde Kenntnisse des Untersuchenden), so führen diese letztlich zu einem falschen Ergebnis.

Ist der Brandherd bekannt, muss dieser auf mögliche Zündquellen und den dazugehörigen Brennstoff abgesucht werden. Konnte der Brandherd nicht oder nicht sicher festgestellt werden, muss der gesamte primäre Brandentstehungsbereich entsprechend abgesucht werden. Ist der primäre Brandentstehungsbereich nicht mehr vorhanden, weil er weggebrannt ist (Beispiel: Holzzwischendecke), muss der gesamte darunter liegende Bereich entsprechend abgesucht werden. Grundsätzlich sind dann alle in dem jeweilen Bereich aufgefundenen Geräte und technische Einrichtungen auf mögliche Defekte und Manipulationen hin zu untersuchen, die zu einer Brandentstehung hätten führen können.

Kann eine Brandursache nicht positiv nachgewiesen werden, ist es evtl. über das Eliminations- oder Ausschlussverfahren möglich, diese Brandursache nachzuweisen, indem alle möglichen anderen Brandursachen bis auf diese ausgeschlossen werden. Jedoch ist das Eliminationsverfahren, das am häufigsten missbräuchlich verwendete Verfahren, da es oft auch dann eingesetzt wird, wenn der Brandherd nicht zweifelsfrei bestimmt werden konnte. Hier muss das Eliminationsverfahren jedoch zwangsläufig versagen, da das zu betrachtende Brandobjekt dann in der Regel viel zu groß ist, um alle möglichen Brandursachen wirklich nachgewiesen ausschließen zu können. Zum Beispiel müssten nach einem Wohnhausbrand noch alle elektrischen Leitungen restlos vorhanden sein, um einen technischen Defekt allein am elektrischen Leitungsnetz sicher ausschließen zu können.


Prinzipiell müssen alle relevanten Spuren und Informationen vorurteilsfrei aufgenommen werden. Anhand dieser Spuren wird eine Hypothese entwickelt, die anhand der gefundenen Spuren und gewonnenen Informationen geprüft wird. Widersprechen Spuren oder Informationen der Hypothese, ergibt sich daraus, dass die Hypothese falsch ist. Es muss dann also nach einer neuen Hypothese gesucht werden. Dies ist ein iterativer Prozess, da die Spuren- und Informationsgewinnung sowie das Aufstellen der Hypothesen parallel ablaufen.


Ausbildung und Befugnis

Die Brandursachenermittlung in Deutschland erfolgt prinzipiell durch die Kriminalpolizei im Auftrage der Staatsanwaltschaft. Das schließt aber die Einbeziehung verschiedener, unabhängiger Sachverständiger nicht aus. Eine geregelte Ausbildung existiert in Deutschland nicht. Die Feuerwehren haben keine Befugnis zur Ursachenermittlung, aber dennoch können sie unterstützend durch Beobachtungen, Mitteilungen, effektives Löschen und unnötige Zerstörungen mitwirken bzw. deren Fachwissen kann genutzt werden.


Siehe auch:

Brandbericht Thüringen


Literatur

Das Buch beschreibt anschaulich und praxisnah das kriminalpolizeiliche Vorgehen an der Brandstelle, um die Brandursache zu ermitteln und beweisfest zu machen.Eine Vielzahl von Brandbeispielen sowie sicherheitstechnische Kennzahlen beleben neben einigen Fotos und Grafiken das 360 Seiten umfassende Fachbuch. Siehe: Fachliteratur



Literatur


Siehe auch:


Siehe dazu:


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