Katalytofen

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Ein Katalytofen ist ein stromunabhängiges Kompaktheizgerät. Die Hitze wird ohne offene Flamme durch katalytische Verbrennung von Flüssiggas oder Benzin in einem Katalysatormaterial erzeugt. Es handelt sich um eine heterogene Katalyse, d. h., dass Katalysator und Reaktant in unterschiedlichen Phasen vorliegen.

Katalytöfen werden vorrangig zum Heizen im Freizeitbereich (Hobbyräumen, Schrebergärten, Camping) benutzt, aber auch in Hallen und Werkstätten. Bei der Verbrennung des Gases entstehen hauptsächlich Kohlendioxid und Wasser, bei unzureichender Belüftung das giftige Gas Kohlenmonoxid. Zudem wird Sauerstoff verbraucht, daher sollen Katalytöfen nur in gut belüfteten Räumen eingesetzt werden.<ref>frag den Heimwerker über Katalytöfen</ref>

Fotos: Rainer Schwarz


Es gab auch Katalytöfen, die mit Katalytbenzin mit einer Dichte von 0,72 betrieben wurden. Dieses Katalytbenzin wird heute jedoch nicht mehr hergestellt.<ref> OEM Katalyt Ofen</ref> An dessen Stelle gibt es heute Spezialbenzin 80/110, welches in einigen Baumärkten auch noch in haushaltsüblichen Mengen erhältlich ist. Die Bezeichnung 80/110 bezieht sich auf die definierten Siedegrenzen des Benzins<ref>Anleitung Katalytöfen der DDR-Firma OEM</ref>
Verwendbar sind weiterhin Reinigungsbenzin, Waschbenzin und andere Reinbezine mit eher niedrigen Siedegrenzen (Leichtbenzin) wie z.B. Shellsol 80/110 oder der aromatenfreie Sonderkraftstoff Aral ASF der zum Kartfahren in der Halle verwendet wird.
Auch Motorenbenzin läßt sich verwenden, wird jedoch nicht empfohlen. Vermutet wird, daß es Rückstände hinterläßt, die Vergaser, Docht oder Heizkissen verkleben und daß gesundheitsschädliche Verbrennungsprodukte entstehen. <ref>Hinweise von Erik Leger im Seekajakforum, abgerufen im Januar 2016</ref> Moderne Katalyt-Öfen können wohl ebenso wie Katalysatoren in Kraftfahrzeugen dünne Platinschichten enthalten, die auf "Membranen", Waben oder Metallgeflecht aufgebracht werden, und die durch den Bleigehalt im ehemals bleihaltigen Motorenbenzin geschädigt wurden.

Bis zur Wende in Ostdeutschland und bis etwa Anfang der 1970er Jahre in Westdeutschland wurden spezielle, mit Benzin betriebene Katalytöfen als Standheizungen in PKW oder LKW verwendet, da es damals noch keine anderen, wirksamen Standheizungen gab. Katalytöfen für diesen Zweck erinnerten hinsichtlich Form und Größe an eine kleine Milchkanne und mussten außerhalb der Garage in einer gut belüfteten Umgebung angefeuert werden. Wenn nach einigen Minuten des Anheizens keine sichtbare Flamme mehr vorhanden war, konnte der Ofen in die Garage oder in den Fußraum des PKW gestellt werden, wo er aufgrund der katalytischen Verbrennung seine Wärme abgab.

Bei Katalytofen aus DDR-Produktion bestanden zumindest bis 1980 Heizkissen und Heizkissendichtung aus schwach gebundenen Weißasbest (Chrysotyl). Es besteht die Befürchtung, daß die Luftströmung über dem aktiven Heizkissen gelöste krebserregende<ref>Risikoabschätzung in Abschnitt 3 der Broschüre "UmweltWissen: ASBEST" des Bayerischen Landesamts für Umwelt, abgerufen im Februar 2016</ref> Asbestpartikel im Raum verteilt.<ref>nach schriftlicher Mitteilung des Gewerbeaufsichtsamts der Regierung von Unterfranken im Februar 2016</ref>

Am 26. November 2012 kam es in einer Behindertenwerkstatt in Titisee-Neustadt zu einer Brandkatastrophe mit 14 Toten, ausgelöst durch einen Bedienungsfehler an einem Katalytofen.<ref>Brandkatastrophe in Neustadt: Werkstattleiter unschuldig, Badische Zeitung, 3. Februar 2014</ref>




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