Brandschutz in der Küche

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Vom 16.-18. Jahrhundert gab es keinen Brandschutz und sehr viele Höfe brannten ab. Hier eine Kochstelle aus dieser Zeit. Gesehen im Museumsdorf Cloppburg.
Foto: Rainer Schwarz
Einsatz einer Wärmebildkamera nach einem Brand in einer Küche
Foto: Rainer Schwarz
Die vorgefundenen Brandspuren an der Küchenzeile zeigen eindeutig, dass der Brand seine Entstehung an bzw. auf der hinteren Herdplatte hatte. Insbesondere die Anhaftungen von verbrannten bzw. angeschmolzenen Kunststoff an und auf der Herdplatte belegen, dass diese in Betrieb gewesen ist. Zudem wurde der Drehstift des Drehschalters für die hintere Herdplatte in Schaltposition „EIN“ vorgefunden.
Foto und Text: Ing. Sebastian Herrgesell
In England verbreitet: abschaltbare Steckdosen in der Küche
Foto: Rainer Schwarz
Hier hat der Brandschutz in der Küche versagt. Der Brand geriet in die Dunstabzugshaube
.
Dunstabzugshaube nach einem Fettbrand. Also immer reinigen.
Foto: Rainer Schwarz
Feuerlöscher nur für Fettbrände
Foto: Rainer Schwarz
nicht immer ist der Brandherd der Elektroherd

Die Küche ist der Ort an dem die meisten Brände in Privathaushalten entstehen. Gerade in der Küche wird sehr viel mit Technik und einer oftmals offenen Flamme gearbeitet.

Ein Blick auf die Statistik der Brandursachen ergibt, dass ca. 1/3 der Brände durch elektrischen Strom verursacht werden. Es gibt wohl keinen anderen Raum in einem Wohngebäude, der so stark im Wandel der Technik steht, wie eine Küche. Die Zeiten, in dem in einer Küche ein Ofen und ein Tisch mit einigen Stühlen stand, sind wohl längst vorbei. Früher wurde der Ofen in der Küche nur zum Heizen, Backen und zum Kochen genutzt.
Heutzutage beinhaltet eine Küche eine große Anzahl an Geräten, die mit Strom betrieben werden. Stationäre Geräte, wie ein Backofen, ein Elektroherd, ein Geschirrspüler, ein Dampfgarer, Kühlschränke mit und ohne Internet u. a. gehören dazu, aber auch viele mobile Geräte, wie z. B. Küchenmaschinen, Kaffeemaschine, Mixer, Brotschneidemaschine, Toaster, Eierkocher und viele andere mehr.

Neben dieser Anhäufung der Technik kommt auch menschliches Fehlverhalten hinzu, wodurch ein Brand ausgelöst werden kann, so dass man die Feststellung verstehen kann, dass ca. ein drittel aller Wohnungsbrände ihren Ursprung in der Küche haben.

Die Brandursachen sind weiterhin im mangelnden technischen Wissen zu finden, ignorieren der Sicherheitshinweise in der Gebrauchsanweisung eines Gerätes, aber auch das Fehlverhalten durch das Vergessen eines eingeschalteten Gerätes.


Grob kann man Küchenbrände in zwei Kategorien unterteilen. Brände oberhalb und unterhalb der Arbeitsplatte. Die Brände oberhalb der Arbeitsplatte haben ihren Ursprung fast immer bei den elektrischen Geräten. Die Brände unterhalb der Arbeitsplatte manchmal in fest eingebauten Geräten, wie den Geschirrspüler, aber auch im Bereich des Mülleimers. Es wurden Zigarettenreste in diesen Mülleimer geworfen, der aber oftmals mit Zellstoff gefüllt ist. Bei einer solchen Konstellation brennt es besonders gut.

Folgendes minimiert diese Brandgefahr: • elektrischen Geräte ( Elektroherd, Gasherd, Mikrowelle, Toaster) sollten nicht unbeaufsichtigt gelassen werden • genutzte elektrische Geräte sollten nach der Benutzung ausgeschaltet werden • bei längerer Abwesenheit Netzstecker ziehen • elektrische Geräte sollten nur durch einen Fachmann repariert werden • Nicht nur ein Gasherd sollte nach der Benutzung ganz ausgeschaltet werden. • Der Fettfilter der Dunstabzugshaube sollte öfter gereinigt werden. Ein Metallfilter kann im Geschirrspüler gereinigt werden. Im Falle eines Brandes auf dem Herd finden die Flammen nach einer Reinigung keine zusätzliche Nahrung durch das Fett im Filter. • Brennendes Fett, insbesondere eine brennende Friteuse niemals mit Wasser löschen, sonst folgt eine Explosion. Hat man gute Nerven, legt man den Topfdeckel zurück auf den Topf. Die Flammen ersticken dann mangels Sauerstoffmangel.

In manchen Ländern kann man eine Küche stromlos schalten. Natürlich ausgenommen der Kühlgeräte. Das hat den Vorteil, dass bei keinem Gerät das Ausschalten vergessen wird.
Hat man viele elektrische Geräte, sollte man abschaltbare Mehrfachsteckdosen nutzen.
Ein Rauchmelder ist nicht unbedingt sinnvoll in einer Küche. Sinnvoll ist aber z. B. ein Wärmemelder, der nicht optisch, sondern über einen Temperaturmelder funktioniert.
Als Sicherheit dienen aber auch Löschdecken, ein Feuerlöscher für Entstehungsbrände oder aber ein geeignetes Feuerlösch-Spray. Hat man dann mal Fotos von der Küche mit den Geräten gemacht, kann der Nachweispflicht bei der Versicherung ohne Probleme im Schadensfall nachgekommen werden.



siehe auch:






Fotos: PGT



Wichtige Hinweise:


  • brennendes Fett in der Pfanne NIE mit Wasser löschen;
  • lassen sie eingeschaltete Herdplatten und Ofen nie aus den Augen, eine Herdplatte ist keine Ablagefläche. Nutzen sie evtl. eine Zeitschaltuhr;
  • tauschen sie die Filter der Dunstabzugshaube regelmäßig aus. Mit Fett vollgesogene Filter stellen ein erhöhtes Brandrisiko dar. Einige aus Metall kann man in der Geschirrspülmaschine reinigen.



siehe auch Artikel:


siehe dazu Artikel:

Fettbrand in der Küche - ein Video des IFS - Kiel



Strom bedeutet Technik, Technik kann beschädigt werden oder versagen.
Sollte es in einem Bereich zu einem Kurzschluss kommen und ist genügend Brandpotenzial vorhanden,
so kann eine Wohnung in Schutt und Asche gelegt werden.
Es ist empfehlenswert, dass elektrische Geräte die nicht benötigt werden,
abgeschaltet werden, bzw. der Stecker vom Netz gezogen wird.
Strom liegt sonst immer bis zum Ein / Aus -Schalter an, also im Gerät.


Weblinks:















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